Demenz Klinik

Das Klinikum Wahrendorff mit seiner Station für seelische Gesundheit im Alter


Was ist Demenz?

Was ist eine Demenz Erkrankungen

Demenzen sind sogenannte „degenerative“ Erkrankungen des Gehirns. Das bedeutet,  dass durch die Erkrankung Abbauprozesse in Gang gesetzt werden, die zu Einschränkungen kognitiver (gedanklicher), emotionaler (gefühlsmäßiger) und sozialer Fähigkeiten führen.

Die kognitiven Einschränkungen zeigen sich zumeist durch eine Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses und der Denkprozesse. Außerdem kann es zu Schwierigkeiten im Sprachvermögen und der Motorik kommen. In manchen Fällen nehmen Angehörige bei den Betroffenen eine deutliche Persönlichkeitsveränderung wahr.
Heutzutage sind bereits einige Ursachen für Demenzerkrankungen bekannt, sodass es auch Behandlungsmöglichkeiten gibt, um die fortschreitenden Prozesse, die die Erkrankungen nach sich ziehen, zu verlangsamen oder zeitweise aufzuhalten.
Die häufigste und bekannteste Demenz-Form ist die Alzheimer-Demenz, die typischer Weise Menschen über dem 60. Lebensjahr betrifft.
Weitere Demenz-Formen sind die Vaskuläre Demenz, die Lewy-Körperchen-Demenz, die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit, das Korsakow-Syndrom und die Parkinson Demenz.

Leben mit Demenz

Welche Demenz Formen gibt es?


Alzheimer-Krankheit

Von der Alzheimer-Krankheit sind zumeist Menschen ab 65 betroffen. Diese Form der Demenz ist mit 60% die häufigste Demenzerkrankung.
Betroffene zeigen eine Verschlechterung des Denkvermögens, schränken in den meisten Fällen ihre Aktivitäten ein und zeigen Verhaltensauffälligkeiten.  Es fällt insbesondere auf, dass Betroffene zunächst häufig Dinge verlegen oder auf bestimmte Worte nicht zugreifen können. Später kommt meistens Orientierungslosigkeit hinzu. Der Grund für diese Symptome sind Eiweißablagerungen im Gehirn („Plaques“), die sich oft viele Jahre vor dem Erstauftritt von Symptomen anzusammeln beginnen.

Creutzfeld-Jakob-Krankheit

Die sehr seltene Creutzfeld-Jakob-Krankheit tritt sehr plötzlich und schnell fortschreitend ein. Es sind typischerweise unwillkürliche starke Muskelzuckungen (Myoklonien) und ausgeprägte Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen (Ataxien) zu beobachten. Die Diagnose wird durch charakteristische Veränderungen im EEG (Elektro-Enzephalogramm) gestützt. Die Creutzfeld-Jakob-Krankheit kann als menschliche Variante des „Rinderwahnsinns“ (BSE) durch eine vorangegangene Infektion auftreten, die Ursache kann aber auch unklar sein. Auch diese Form der Demenz ist auf die Ablagerung atypischer Eiweißbruchstücke (Prionen) zurückzuführen, die das Hirngewebe zerstören. Der Verlauf der Erkrankung ist sehr rasch und führt häufig innerhalb eines Jahres zum Tode.

Demenz im Rahmen des Morbus Parkinson

Auch bei der Parkinsonschen Krankheit kann es zu einer Demenz kommen. Der Morbus Parkinson äußert sich in erster Linie durch Bewegungsstörungen, die durch einen Mangel an Dopamin bedingt sind. Zu diesen Bewegungsstörungen kommt in manchen Fällen eine Demenz, die sich von der Alzheimer-Demenz in ihrem Erscheinungsbild unterscheidet. Während bei der Alzheimer-Demenz Gedächtnisstörungen im Fokus stehen, zeigt sich die Parkinson-Demenz eher durch Aufmerksamkeitsstörungen und ein verlangsamtes Denkvermögen. Es kann in diesem Rahmen auch zu Persönlichkeitsveränderungen kommen, auch Depressionen oder Halluzinationen können auftreten. Gedächtnisstörungen treten meistens eher im späteren Verlauf auf. Betroffene von der Parkinson-Demenz können neue Gedächtnisinhalte aufnehmen, der Abruf ist jedoch dann oft verzögert.

Korsakow-Syndrom

Das Korsakow-Syndrom, das oft in Folge chronischen und langanhaltenden Alkoholkonsums auftritt, zeigt sich zumeist in erster Linie in Form einer anterograden Amnesie. Das bedeutet, dass neue Erlebnisse nicht mehr im Gedächtnis gespeichert werden können. Die alten Gedächtnisinhalte bleiben meistens eher unbeeinträchtigt. Erinnerungslücken werden oft mit alten Erinnerungen gefüllt, sodass die Betroffenen manchmal seltsame Geschichten erzählen. Das unbewusste Ausfüllen der Erinnerungslücken wird „Konfabulieren“ genannt. Neben den Gedächtnisstörungen können auch Symptome wir Antriebsarmut, Müdigkeit und Ermüdbarkeit, Euphorie und Gefühlsschwankungen auftreten. Die genannten Symptome sind Folge von Nervenschädigungen. Solche Schädigungen können sich auch im Bereich der Motorik niederschlagen. Insbesondere im Beinbereich bildet sich eine so genannte Polyneuropathie aus. Das Korsakow-Syndrom ist in den meisten Fällen Folge chronischen Alkoholkonsums, kann jedoch auch durch ein Schädel-Hirn-Trauma, Hirnblutungen oder andere Schädigungen des Gehirns bedingt sein. Die Ursache der Erkrankung ist ein Thiaminmangel (Vitamin B1), der durch Mangel- oder Fehlernährung auftreten kann.

Morbus Pick

Der Morbus Pick, der auch als frontotemporale Demenz bezeichnet wird, ist eine seltene Erkrankung. Im Fokus steht zunächst nicht die Demenz im Sinne einer Gedächtnisbeeinträchtigung, sondern vielmehr eine Persönlichkeitsveränderung. Daher wird diese Krankheit oft mit anderen psychiatrischen Erkrankungen verwechselt. Es können Symptome wie Rast- und Ruhelosigkeit, Reizbarkeit und Aggressivität auftreten, außerdem verlieren Betroffene oft ihre Interessen und Freude. Alltägliche Situationen werden oft falsch eingeschätzt, sodass die Betroffenen durch unangemessenes Verhalten oder scheinbar unflätige Bemerkungen auffallen. Gedächtnisbeeinträchtigungen wie bei der Alzheimer-Krankheit treten zumeist eher in einem deutlich späteren Stadium auf.

Lewy-Körperchen-Demenz

Die Lewy-Körperchen-Demenz ähnelt symptomatisch der Alzheimer-Demenz. Auch hierbei stehen im Vordergrund der Erkrankung kognitive Abbauprozesse. Die Symptome schwanken jedoch zum einen oft mehr als bei der Alzheimer-Erkrankung (die Patienten sind manchmal wieder sehr unternehmungslustig, dann wieder in sich gekehrt und orientierungslos). Zudem ist es nicht selten, dass die Symptome früher und heftiger auftreten als bei der Alzheimer-Krankheit. Da die Lewy-Körperchen-Demenz meistens mit Parkinson-Symptomen einhergeht, kommt es bei Betroffenen oft zu Stürzen. Insgesamt bleibt das Gedächtnis meist länger erhalten als bei der Alzheimer-Krankeit. Die Ursache sind auch hier Eiweißablagerungen.

Vaskuläre Demenz

Auch bei dieser Erkrankung zeigt sich bei den Betroffenen eine deutliche Verschlechterung der höheren Hirnleistungen, insbesondere der Orientierung und der Aufmerksamkeitssteuerung. Due Ursache dieser und der weiteren Einschränkungen, wie etwa Gangstörungen und Blasenstörungen sind bei der vaskulären Demenz Durchblutungsstörungen. Diese entstehen durch kleine Schlaganfälle, also krankhafte Veränderungen der Gefäße.

Was kann man bei Demenz tun?

Wenn jemand bei sich oder Angehörigen eine auffällige Vergesslichkeit, Veränderung der Persönlichkeit oder des Verhaltens bemerkt, ist eine Diagnostik der erste Schritt in die richtige Richtung! Zwar sind Demenzen prinzipiell nicht heilbar – ihr Verlauf ist jedoch durch medikamentöse und therapeutische Interventionen deutlich zu beeinflussen! Auch muss bedacht werden, dass Angehörige bei der Pflege ihrer an Demenz erkrankten Familienmitglieder oftmals an ihre Grenzen stoßen. Dann kann es sinnvoll sein, über die Unterbringung in einem stationär betreuten Wohnen nachzudenken. Ein solcher Schritt ist oftmals für beide Seiten entlastend!

Behandlungsmöglichkeiten von Demenz im Klinikum Wahrendorff

Wenn Sie bei sich oder einem angehörigen Menschen Symptome wie Gedächtnisstörungen, Persönlichkeitsveränderungen im Alter, Rückzug und Interessenverlust oder andere Symptome bemerken, sollte dringend eine psychiatrische Behandlung erfolgen. Je nach Ausprägung der Symptome bieten wir Ihnen verschiedene Möglichkeiten der Behandlung an.


Stationäre Behandlung

Eine stationäre Behandlung ist immer dann erforderlich, wenn „es zuhause nicht mehr geht“. Dies kann insbesondere im Falle von Fremd- oder Selbstgefährdung (z.B. Suizidalität) der Fall sein, oder wenn der Betroffene zuhause zu große Schwierigkeiten hat.
Je nachdem, wieviel Unterstützung und Schutz für den Patienten bei uns notwendig ist, findet die Behandlung im Klinikum Wahrendorff  auf unserer offenen oder unserer geschützten Station in Sehnde-Köthenwald statt. Wir nehmen uns Zeit für eine ausführliche Diagnostik und begleiten unsere Patienten bei der medikamentösen Einstellung, die für Ihre Erkrankung optimal ist. Unsere Therapeuten bieten verschiedene Gruppen- und Trainingsangebote an, um ihre Fähigkeiten zu fördern und zu stabilisieren.
Sollte für den Patienten eine Unterbringung in einem stationär betreuten Wohnen notwendig sei oder werden, unterstützen unsere Sozialarbeiter Sie bei der Suche nach einer geeigneten Einrichtung.

Informationen

Teilstationäre Behandlung (Tagesklinik)

Die Tagesklinik ist dann eine gute Lösung, wenn die betroffene Person im häuslichen Umfeld ausreichend zurecht kommt, sodass Abende, Nächte und Wochenenden im gewohnten Kontext verbracht werden können. Auch in unserer Tagesklinik erfolgt eine ausführliche Diagnostik, um unsere Patienten dann medikamentös und therapeutisch dabei zu unterstützen, einen möglichst günstigen Verlauf der Erkrankung zu erzielen.
Die auf ältere Menschen ausgerichtete Tagesklinik des Klinikums Wahrendorff befindet sich in Sehnde-Ilten.

Informationen

Anbindung an eine Psychiatrische Institutsambulanz (PIA)

Psychiatrische Institutsambulanzen (PIA) sind als längerfristige Anbindung für Patienten gedacht, die aufgrund der Schwere ihrer Erkrankung nicht in der Lage sind, regelmäßig einen niedergelassenen Arzt aufzusuchen. In einer PIA wird der Patient von einem multiprofessionellen Team betreut, sodass z.B. auch sozialarbeiterische Hilfe zur Verfügung steht. Die medikamentöse Versorgung wird ebenfalls über die Institutsambulant gewährleistet.
Die Institutsambulanzen des Klinikums Wahrendorff finden Sie in Hannover, Sehnde-Ilten, Sehnde-Köthenwald, Celle und Lehrte.

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